Nimm Dir einen Moment! – Achtsamkeitspausen für den Alltag

Wie ist es Euch bisher gelungen, Achtsamkeit in Euren Alltag zu integrieren? Vielleicht habt Ihr es schon richtig gut hinbekommen oder seid sogar schon bestens trainiert darin. Vielleicht fehlt Euch aber auch noch der rechte Weg, wie es klappen kann? Dann hat unsere Achtsamkeits-Expertin Antje Haferkorn von LAUFMAMALAUF-Partnerin in Region Hannover Süd vielleicht hier nochmal die zündende Idee. Hier kommen gezielte und ganz einfache Übungen für Euren Einstieg in tägliche Achtsamkeits-Rituale.

Die Kunst den Moment zu genießen

Das Schönste an den ersten Frühlingstagen ist die totale Veränderung und doch die Vertrautheit. Ich sitze zum ersten Mal in diesem Jahr an meinem Lieblingsplatz draußen, die Beine für einen Moment lang ausgestreckt und den Kopf in den Nacken gelegt, so dass die ersten Sonnenstrahlen mein Gesicht wärmen. Die Vögel zwitschern ganz aufgeregt oben in der Dachrinne und flattern wild umher. Ein kleines Lächeln der Freude huscht über mein Gesicht. Ich atme tief durch und freue mich darüber, dass ich hier bin – genau jetzt, genau in diesem, meinem Moment und ganz ohne schlechtes Gewissen.

… obwohl in der Küche noch die Töpfe vom Mittagessen stehen, sich vor der Waschmaschine die Wäscheberge türmen und das Badezimmer auch schon seit Tagen darauf wartet, geputzt zu werden, die Kindersachen vom Basar noch sortiert werden müssten und ich eigentlich versprochen hatte, mit meinem Sohn Skateboard zu fahren.

Viele Jahre war ich viel zu beschäftigt, und konnte diese kleinen Momente nicht genießen, weil ich glaubte, mir erst eine Pause gönnen zu dürfen, wenn alle Aufgaben erledigt sind. Ich dachte, dass ich dann die Ruhe so richtig genießen könne. Doch leider stellte sich das Fertig-sein fast nie ein und gleichzeitig waren meine Gedanken während des Tuns bei der Pause und während meiner Pause schon wieder bei meiner viel zu langen To-do Liste.

 „Wenn Du sitzt – dann sitze,

wenn du gehst, dann gehe,

wenn Du arbeitest, dann arbeite.“

(Adelheid Meutes-Wilsing; Judith Bossert)

 

Heute ist Mindfullness (engl. Achtsamkeit), ein Glück, in aller Munde und das Bewusstsein gestiegen, dass permanente Beschäftigung und Dauerstress ein enormes Krankheitspotential in sich bergen.

Achtsamkeit richtet die Aufmerksamkeit, wie im Zitat oben beschrieben, allein auf den Augenblick, ohne beim Sitzen in der Vergangenheit zu schwelgen oder beim Gehen bereits Pläne für die Zukunft zu schmieden. Alle Gedanken und Gefühle sind im jeweiligen Augenblick – völlig wertungsfrei („das ist schön“ oder „das gefällt mir nicht“). Dadurch werden Alltäglichkeiten einzigartig und kostbar. Gleichzeit stellt sich, je häufiger wir es üben, innere Klarheit, Ruhe und Freude ein und innere Unruhe beruhigt sich.

 

Drei Achtsamkeits-Übungen für den Alltag

Achtsam stehen und gehen

Als Mama bist Du viel unterwegs. Doch wann hast Du das letzte Mal Deine Füße bewusst dabei gespürt? Daher stehe oder gehe doch mal wieder ganz bewusst. Wie belastest Du Deine Füße? Stehst Du eher auf der Ferse oder auf den Zehen. Kippen die Füße nach innen oder belastest Du eher die Fußaußenkanten? Roll den Fuß beim Gehen bewusst von der Ferse zur Fußspitze ab und nimm wahr, wie sich die Fußsohle anfühlt. Falls Du barfuß unterwegs bist, wie fühlt sich der Untergrund an? Ist er warm oder kalt, hart oder weich?

Die Natur mit allen Sinnen genießen

Konzentriere Dich auf die Geräusche, die Farben oder den Geruch deiner Umgebung. Was ist es, was am präsentesten im Moment ist? Was kannst du sehen? Was kannst du riechen? Wie sieht der Himmel, ein Baum oder wie die kleinen Frühlingsblüher aus?

Bewusst Essen und Trinken

Eine ganze Mahlzeit das Essen bewusst zu genießen ist im Familienalltag sicherlich eine große Herausforderung und kaum umsetzbar. Aber wie wäre es mit einem Bissen? Schau Dir die Speise einen Augenblick vor dem Essen bewusst an. Wie ist auf dem Teller angerichtet, welche Farben sind zu sehen? Wie ist die Konsistenz? Dann führe die Speise bewusst zum Mund und nimm wahr, wie es genau geschmeckt. Bewerte dabei nicht mit „schmeckt mir“ oder „schmeckt mir nicht“, sondern nimm eher wahr, wie es sich im Mund anfühlt, ob es „warm“ oder „kalt“ ist und welche Geschmacksrichtung (kalt, süß, salzig, sauer, bitter oder scharf) Du schmecken kannst.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren! Und wenn Du magst, berichte, wie es Dir im Alltag damit geht. Welche Achtsamkeitsübung ist schnell und leicht umzusetzen und hilft Dir, kleine Achtsamkeits-Momente im Alltag zu integrieren. Poste Dein Bild auf Instagram mit #MeinMoment @laufmamalauf.

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