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Raus aus der Kopfspirale – Teil 1: Wie eine Mutter-Kind-Kur helfen kann

MutterTAG? Nicht mit uns! Im Mai ist bei LAUFMAMALAUF #MamaMONAT und wir starten die #MissionMutter mit dem Müttergensungswerk (MGW). Ein guter Anlass, sich mal anzuschauen, was Mamas eigentlich so alles stemmen.

#MissionMutter – neue Kraft durch eine Kur

Mama sein ist ein herausfordender Job! Einer der nicht „9 to 5“ dauert, sondern von Augen auf bis Augen zu. Und das an 365 Tagen im Jahr. Da gibt es kein rauskommen. Neben all den anderen Tätigkeiten, die im Alltag einer Mutter ebenfalls eine Rolle spielen, wie eigene Berufstätigkeit, Haushalt, Termin-Management für die Familienmitglieder, Pflege der sozialen Kontakte und der eigenen Partnerschaft… und und und. Die To-Do-Liste eines Tages ist lang und oftmals geht sie über die Kräfte hinaus. Aber, es geht schon … irgendwie. Es kann aber irgendwann der Punkt kommen, and dem wir uns eingestehen müssen, es geht nicht mehr! Wir brauchen eine Pause. Dann kann eine Mutter-Kind-Kur die geeignete Maßnahme sein, zur Ruhe zu kommen. LAUFMAMALAUF Regional-Partnerin Conny aus Königsbrunn hat diese Möglichkeit für sich genutzt. Hier ihr ermutigender Erfahrungsbericht.

Conny und ihre Rasselbande

Raus aus der Kopfspirale

An einem Mittwoch kurz vor der Adventszeit geht es los zur Mutter-Kind-Kur. Ich bin sehr aufgeregt, denn ich war noch nie 3 Wochen von zuhause weg, allein mit den Kindern schon gleich dreimal nicht. Apropos Kinder – ich habe gleich 3 im Gepäck. 3 Jungs im Alter von 6, 3, und 15 Monaten.
Warum gehe ich zur Kur? Ich musste dringend meine Akkus aufladen (3 schlecht schlafende Kinder), brauchte Gespräche mit Leuten die mich verstehen, Tipps wie man manche Sachen anders und dadurch vielleicht besser machen kann. Raus aus der Kopfspirale kommen, dass es nie gut genug ist, was ich alles mache. Hilfe in der Umsetzung einiger Dinge. Kurz gesagt war ich einfach überlastet.

Mein Weg zur Kur

Ich habe mich beim Müttergenesungswerk über die Beantragung der Kur erkundigt. Das Müttergenesungswerk berät und hilft auch beim Ausfüllen der ganzen Unterlagen. Eine große Erleichterung.
Ich habe mich für eine Klinik in der Nähe von Nürnberg entschieden, mit einer nicht so weiten Anreise und auf Überlastungssyndrom spezialisiert. Das Haus ist etwas älter und nicht so groß, was mich jetzt beides nicht stört. Wichtig war für mich, dass es eine reine Mutter-Klinik ist und keine Väter hier auf Kur gehen. Ich wollte einfach, dass alle sich so geben können wie sie sind und nicht dann das große Geschminke losgeht, wenn Männer rumlaufen 😉
Und wichtig war für mich noch, dass alle Kurgäste zur gleichen Zeit an- und abreisen, so dass vor allem auch die Kinder 3 Wochen das gleiche Umfeld haben.

Los geht’s … und die Nerven liegen blank

Die Anreise von Königsbrunn aus war unproblematisch, zwischen 11:30 und 12:30 muss man anreisen. Der Empfang herzlich und schnell. Dann hieß es: Auto ausladen.

Reisen mit Kindern ist immer wie ein kleiner Umzug

Kann sich jeder vorstellen, wie voll das war? Klamotten, Badezeug, Schneeanzüge, Fahrräder und Roller (ja auch die brauchen wir im Winter täglich), Spielsachen, Adventskalender, Nikolaussocken und Inhalt…. Um nur ein paar der Dinge zu nennen. Ach ja- und Mama hat ihre Nähmaschine mit, weil angeblich hat man in so einer Kur ja auch Zeit für sich selber. Aber wo war ich? Ach ja- Auto ausladen. Mit 3 Kindern im Schlepptau 10x in 3. Stock hoch und wieder runter. Dann schnell versuchen, einen Teil wenigstens schon auszupacken, bevor es um 13:40 Uhr zum Arztgespräch ging.

Blick ins Zimmer – einfach, aber gemütlich
Tagesplan für’s Ankommen

Beim Artzgespräch zeigten sich meine Jungs von Ihrer besten Seite (ironisch), so dass ich absolut keine Ahnung habe, was er mir verschrieben hat. Es war einfach so laut, dass ich nix mitbekommen habe.

Dann ging es weiter zur Info der Kinderbetreuungen. Und das ist bereits die erste Challenge für mich: Leopold ist im EG im KidsClub, Luis im 1. Stock im Kinderland 2 und Toni auch im 1. Stock aber im Kinderland 1. Fand ich jetzt nicht so toll, dass alle drei in verschiedene Einrichtungen gehen müssen obwohl es natürlich sinnvoll ist, die Kinder nach Alter zu trennen. Das passt dem Mittleren so überhaupt gar nicht und wir hatten bereits den ersten Wutausbruch.
Also liegen Mama’s Nerven schon blank, bevor überhaupt irgendwas geschehen ist.

Geht nicht, gibt’s nicht!

Die ersten Tage beim Essen waren nicht schön für mich. Buffett mit 3 Kindern ist blanker Horror. Und wenn dann alle irgendwann sitzen geht es los mit „Sei leise, bleib sitzen, Iss schön….“ Anfangs hat man keine Ahnung, ob es eher gelassen zugehen darf oder streng wie in einem Restaurant.

Tag 2 und 3 waren dann einen ganz schöne Herausforderung für mich. Frühaufstehende Kinder, aber um 8 gibt’s erst Frühstück. Um 8:50 müssen aber alle bereits verräumt sein, weils dann im Therapieplan bereits los geht. Beide Tage waren von 8:00 bis 15:45 Uhr durchgetacktet mit max. 15 min. Pause zwischen den Terminen. Dazu noch das immerwährende schlechte Gewissen, dass es meinen Kindern nicht gut geht und ich daran Schuld bin, weil ich ja unbedingt zu Kur fahren wollte. Am Abend des dritten Tages wurde es dann irgendwie besser. Den Kindern gefiel es besser, die Aussicht auf einen komplett freien Samstag war da und man sah, dass es anderen Müttern auch so ging.
UND – man fühlte sich im Haus sehr wohl!! Alle Mitarbeiter, vom Hausmeister über die Sozialpädagogen, Rezeption, Krankenschwestern, Erzieherinnen… alle waren sehr nett. Es gab nix, wo es von vornherein hieß das geht nicht.

liebevolle Deko – schließlich ist Adventszeit

Man stellt es sich anfangs auch wie in einer Klinik vor – leise sein, das und das darf man nicht….. aber im Gegenteil. Wer was anderes zu Essen wollte, bekam es auch. Obst, Wasser auf dem Zimmer, alles um sonst. Bettwäsche und Handtücher konnte man wechseln so oft man wollte. Auf jedem Stockwerk gab es eine Teeküche mit Herd, Kühlschrank, Mikrowelle, Wasserkocher. Sogar die Milch für die Kinder wurde jeden Tag umsonst aufgefüllt. Kurz gesagt—man durfte hier alles!! Und das gab uns Müttern einen neuen Spielraum. Und kein noch mehr eingeengt sein.

glückliche Kinder …

 

… und glückliche Mama

Zwei der drei Kinderbetreuungen konnte man abends und am Wochenende benutzten, es gab einen Turnraum, Tischtennis, Kicker und Billiard. Beim Hausmeister konnte man sich wirlich  alles ausleihen, ohne Gebühr! Bälle, Spiele, Schlitten, Schwimmhilfe, Autositze, Fahrradsitze… alles gabs zu leihen!

Zusammen ist man weniger allein

Nach ein paar Tagen, wenn man die meisten Mütter ein bisschen kennen gelernt hat, konnte man sich auch schon über verschiedene Themen austauschen. Und das kann ich wirklich nur jeder Frau raten. Sich zurück zu ziehen und Eigenbrötler sein bringt einem gar nichts. Denn bei allen Problemen ist es doch das gleiche -Reden hilft. Und zu wissen, dass man nicht allein ist mit seinen Problemen, erleichtert doch ziemlich viel.

Die Gruppengespräche fand ich sehr hilfreich- ich habe sehr viele Tipps mit nach Hause genommen. Hier denke ich aber, dass sehr viel an der Psychologin hängt, ob man es gut findet oder nicht.

Wochenend‘ und Sonnenschein – Was eine Kur kann und was nicht

Ausflug in den Playmobil Fun-Park

Am Wochenende wurden Ausflüge mit dem Bus angeboten, an denen man kostenlos teilnehmen konnte. Unter der Woche gab es immer wieder Bastelangebote für die Mamas und Ihre Kinder.

Tattoo-Spaß und neue Freunde

Abends gab es für die Mütter ein Kaminzimmer, wo man sich treffen konnte oder verschiedene Veranstaltungen wie z.B. einen Beautyabend oder relaxen in der hauseigenen Sauna (die man übrigens am Nachmittag zusammen mit den Kindern benutzen konnte).
Die Kurklinik hat sogar mit der Therme eine Extra-Abmachung, dass man an bestimmten Zeiten mit den Kindern kommen darf (regulär dürfen Kinder unter 6 Jahren nicht in die Therme). Das fand ich sehr schön!

Nach der ersten Woche, als alle Einführungen vorbei waren und man sich auch besser zurecht fand, der individuelle Therapieplan stand und man jetzt auch wirklich mal Zeit für sich hatte, wurde es schnell besser und entspannter.
Wer jedoch von einer Kur erwartet, dass er „austherapiert“ ist oder alle Probleme nach 3 Wochen gelöst sind – der liegt wirklich falsch. Eine Kur kann Anregungen und Hilfestellung geben, Tipps und Wissen vermitteln. Den Rest muss man dann daheim umsetzten oder weiter dran arbeiten.

Natürlich kann eine Kurklinik es nicht allen Müttern immer recht machen – es gibt immer welche, die was zu meckern haben. Meine Devise war – es ist doch alles besser als zu Hause – ich muss nicht putzen, waschen, einkaufen und kochen. Ich habe Zeit für mich und gute Gespräche. Und wenn man mit so einem Ansatz hingeht, dann glaube ich, dass man sehr viel mitnehmen kann aus diesen 3 Wochen. Bei mir war es jedenfalls so!

Ich denke sehr gerne an meine Kurzeit, habe nette Mamas kennen gelernt, mit denen ich immer noch Kontakt habe und … ich würde es immer wieder machen!

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